Ausdrucken gilt nicht

Ich mag es ja, wenn meine eigenen Wahrnehmungsgrenzen von Realität auf die Probe gestellt werden, und bin dem VS sehr dankbar für die Einladung nach Berlin zum Jubiläumskongress und dem Podium zum Thema „Urheberrechte in der digitalen Welt“ – mit Dr. Robert Staats (VG Wort), Oliver Passek (Medienwissenschaftler) und Andreas Wilhelm (Schriftsteller).

Diese Ängste mancher (vieler?) Autor/innen vor dem pösen Internetz kann ich einfach nicht nachvollziehen. Dabei liebe ich Bücher, vor allem aus Birke, Erle, Hasel und Platanen, aber eben auch die pragmatische, umzugsfreundliche und staubfreie Variante. Mal ernsthaft: für die meisten der „verwaisten“ und nun von Google eingescannten Bücher interessiert sich eh kein Fisch mehr; bzw, sollte so ein Werk ein Renner werden, wird es ganz schnell neue Eltern finden, ganz bestimmt. That said, möchte ich auch, dass alle engagierten Menschen, die von und mit Büchern leben und schreiben oder sie unter die Leute bringen, damit weitermachen und irgendwie über die Runden kommen können.

Wie wird es weitergehen? Keiner weiß das gerade so genau. Aber, es tut manchmal gut, sich über ein paar Basics nochmal zu vergewissern und sie ins Gedächtnis zu rufen, und das Netz an sich ist (nur) ein Medium, das man für viele wunderbare Sachen nutzen kann – was auch rege geschieht (zB Google). Das Netz ist nicht böser als das Telefon. Es ist für manche vielleicht ein neuer Sündenbock, nur: wie ging es den meisten Autor/innen denn vor „dem Internet“? Gab es da nur Bestseller, auch in den Kleinverlagen? Ist es nicht vielmehr so, dass das Netz oder die digitalen Publikationsformen einem Autoren eines Klein- oder Midlist-Verlages eher nützen können, weil der „long tail“ verfügbarer bleibt und es mehr Alternativen zu den klassischen Gatekeepern gibt? Schwanz einziehen gilt nicht. Das Internet ist gekommen um zu bleiben. Deal with it.

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