2.10. »Faked Stories – Experimente mit der Wahrheit« – Lesung der GEDOK KÖLN

In Zeiten von „fake news“ und „alternativen Fakten“ wächst die Sehnsucht nach Wirklichkeit und Authentizität. Doch was ist wahr? Und bedeutet die Überhöhung des Echten und Erlebten nicht eine Abwertung des Fiktiven? Fiktion ist nicht gleich Lüge. Fünf Autorinnen der GEDOK KÖLN unternehmen Experimente mit der Wahrheit und leuchten das komplexe Verhältnis von Phantasie, Realität und Fiktion aus – literarisch, essayistisch und filmisch.

Nika Bertram: „Searching for a Heart of Code – Poesie der Bits und Bytes und die Angst vor den Algorithmen“
Die szenisch-akustische Reise führt nach Bletchley Park, wo die englischen Enigma-Codebreaker um Alan Turing im Zweiten Weltkrieg mithalfen, die Nazis zu besiegen. Auf der Suche nach den verlorenen „Turing Bytes“, nach der Logik der Poesie und den Rätseln der Zahlen.

Bettina Hesse: „Ich – eine andere. Selbsterfindung oder wie assoziativ ist Erinnerung?“
Erinnerung ist trügerisch und identitätsstiftend zugleich. Als Herzstück des Erzählens ist sie eine Strategie, um das Ich zu „erfinden“ und das Schreiben zu gestalten. Dem Geschichten-Erzählen kommt im Schöpferischen wie in der Neurologie wesentliche Bedeutung zu – zeigt die essayistisch-literarische Annäherung an die assoziative Struktur von Erinnerung.

Doris Konradi: „Die Pflanzen sind nicht Teil der Ausstellung, das Kunstwerk befindet sich auf der gegenüberliegenden Seite“
Die Fiktionalisierung der Instrumente des Finanzmarktes, die zur weltweiten Finanzkrise führte, stellt Doris Konradi der Suche nach Wahrheit in Literatur und Kunst gegenüber. Was haben Fiktion und unsere Haltung dazu mit dem Erleben von Gegenwart und Geschichte zu tun? Lügen in der Politik, Leugnen von wissenschaftlichen Erkenntnissen –  ist es Aufgabe der Kunst, die Welt wieder zurechtzurücken? Ein Versuch zur Rettung der Fiktion.

Johanna Hansen zeigt „Weißes Rauschen“
Die Autorin und Malerin inszeniert in ihrem Poesiefilm hörbare Räume – in Lyrik und Schriftbild. Als literaturkritische Interpretation des Phänomens Faked Stories oder/und Wahrheit. Ausgangspunkt ist die Farbe Weiß, lesbar als vielschichtiges Symbol für Stille, Licht. Muße. Löschen und Neuanfang. Als Summe aller Farben, aller Töne/Laute und Zwischentöne. Ein grenzüberschreitender Dialog über die Vielschichtigkeit von Weiß als (laut-) malerischer Subtext in Kunst und Literatur. Visuals: Elena Hill

Natascha Würzbach: „Mögliche Welten gestern und heute“
Im Nachdenken über mögliche Welten erläutert die Literaturwissenschaftlerin und Autorin in lockerer Form, woran wir sie erkennen, wie unterschiedlich sie sich zur Wirklichkeit verhalten und was sie mit uns und wir mit ihnen machen.

Freitag, 2. Oktober 2020, 19 bis 22 Uhr

Fritz Thyssen Stiftung, Amélie Thyssen Audiotorium, Apostelnkloster 13-15, Köln

Eintritt frei. Spenden erbeten. Voranmeldung erforderlich unter: info (ät) gedok-koeln.de (Plätze werden vor Ort zugewiesen)

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