Nika @Kölner Stadtrevue 03/10: Schreibwütig

Nika @Kölner Stadtrevue, Ausgabe März 2010: in der Titelgeschichte über schreibwütige Autor/innen und Brinkmann-Stipendiatsträgern in Colonia. Wow. Und ich dachte, aus dem Interview bleiben nur 1-2 Sätze von mir übrig ;) Online gibt’s übrigens noch eine Audiokostprobe, die Kurzgeschichte “welperkörten” (direkthören / download mp3).

13.4.2010: “Hungert sie aus!” - Literatur satt

Schreiben nach der Wohlstandsgesellschaft.
Wie reagieren Schriftsteller auf die Krise?

Podiumsdiskussion

13. April 2010 - 20 Uhr
Literaturhaus Köln (Schönhauser Str. 8, 50968 Köln)
Eintritt frei.

Literatur und Geld – das war immer eine heikle Affäre. „Hungert sie aus!“ plädierte Oliver Jungen 2008 gegen eine übersättigte Stipendiatenliteratur, der die wirklich existentiellen Stoffe fehlten. Nun ist die Krise da, und auch in der Literatur wird gekürzt, gestrichen und rückbesinnt; sogar die aktuelle Finanz- und Arbeitswelt wird wieder thematisiert. Was hat sich für Autoren verändert – wenn überhaupt? Gehören innere wie äußere Krisen, Brüche und Widersprüche nicht seit jeher zum Kerngeschäft der Literatur? Könnte sie nicht gerade jetzt besonders ihre Stärken zeigen?

Über Sinn und Unsinn in der Krise, ästhetische Strategien, Moden, Zyklen und politische Kulturen, über Krisengewinnler und -verlierer, die Kunst des erfolgreichen Scheiterns und das Überleben am kalten Buffet - darüber diskutieren heute Jo Lendle (Leiter des DuMont-Verlags und Autor), Evelyne Polt-Heinzl (österr. Literaturwiss. und Autorin, u.a. “Einstürzende Finanzwelten”), Oliver Jungen (Journalist, u.a. FAZ) und Nika Bertram (Autorin und Journalistin). Moderation: Christian Bos (Kulturredakteur KStA).

Veranstalter: AURA 09 e.V. (www.aura09.de). Im Rahmen der Reihe „Literarischer Diskurs Köln.“ Gefördert von der Kunststiftung NRW, der SK-Stiftung Köln und dem Kulturamt der Stadt Köln.

21.3.2010: Fragmente aus dem Archiv

Sonderveranstaltung AURA09 e.V. - 21. März 2010, Café Central:

VERSCHÜTTET

Philosophische Fragmente aus dem Kölner Stadtarchiv
Mit Texten von:
Albrecht Fabri, Vilém Flusser, René König, Karl Marx, Oscar Pfeiffer, Werner Rügemer

Es lesen:
Nika Bertram, Werner Peters, Werner Rügemer, Erasmus Schöfer, Gerd Uhlenbruck, Eva Weissweiler

Sonntag, 21. März 2010 - 20 Uhr

Café Central
Jülicher Str. 1, 50674 Köln
Eintritt frei.

“Philosophie im Central”/AURA09 (www.aura09.de)

Ein offener Brief

Hach, was könnte es Schöneres geben, als den Tag mit der Lektüre so eines Briefes zu beginnen?

You see, we love the perverse and the contrary at Faber. (…) We feel very strongly that you belong in this company. To me (and to many of my colleagues) you are already in this company. It would be the fulfilment of my most pressing and persistent publishing dream to see that ‘ff’ sewn into the spine of your Life. Just any other publisher won’t do. You deserve Faber and the love we can give you. History demands it; destiny commands it.

Nur, leider war nicht ich die Adressatin, sondern der gute alte Morrissey, lyrischer Held meiner frühesten Achtziger (bitte mal weggucken, Onkel Robert). Der wird grad elegisch umworben vom englischen Verlagshaus faber & faber. [via Andrea Diener, thx!] Aber, jetzt ist ja wieder Narrenzeit, und da mach ich mir die Welt wie sie mir gefällt, und träume einfach mal n bisschen rum, von England und blühenden Gärten.

Apropos, Morrissey & die Schmidtchens: speziell Frl Helene sollte mal in “Cemetry Gates” reinhören, oder zumindest die Lyrics lesen. Und: bitte nicht gleich wieder abschreiben. History demands it; destiny commands it.

sigint2010 - call for papers online

Der Call for Papers für die SIGINT2010 ist online, und, wie immer, sind wir gespannt auf eure Einreichungen und freuen uns auf eure Ideen und Pläne zur Übernahme der Weltregierung! Please drop here.

“Vom Samstag, den 22. Mai bis Pfingstmontag, den 24. Mai 2010 findet in Köln die SIGINT, die Konferenz für Hacker, Netzbewohner und Aktivisten, statt.

Unser Beitragsaufruf (”Call for Papers”) ist jetzt online und kann unter http://events.ccc.de/sigint/2010/wiki/Beitragsaufruf begutachtet werden.

Worum geht es? Um die Zukunft!

Die Welt der Atome und die Welt der Bits funktionieren nach vollständig unterschiedlichen Prämissen. Dort, wo sie aufeinanderstoßen (und das geschieht in letzter Zeit immer häufiger), ergeben sich für die Gesellschaft Spannungen, Chancen und Chaos, das es zu erforschen gilt.
Die Bedeutung von immateriellen Gütern nimmt immer weiter zu, während die Produktionskosten sinken. Traditionelle Märkte verlagern sich in den virtuellen Raum, die Musikindustrie verdient ihr Geld mit Handytönen und Ideen kommen direkt aus dem 3D-Drucker, während liebgewonnene soziologische Begrifflichkeiten zum World Processing wie die Arbeiterklasse komplett nach China ausgesourct werden. Identitäten werden in sozialen Netzwerken jenseits von Nationen und Geschlechtern konstruiert, und trotzdem gibt es immer noch die Welt der Dinge und der Internetausdrucker als allzu gegenwärtigen Gegenpol. Es ist grade dieser Verlust von Schranken, der einerseits den totalen Überwachungsstaat ermöglicht und andererseits den Individuen bisher unbekannte Möglichkeiten der Entfaltung bietet, bis zum Horizont und viel weiter.

Es geht um neue und alte Räume. In der digitalen Gentrifizierung, in der Auseinandersetzung um die Grenzen der Stadt – dort wo sich das Neue und das Alte begegnen, findet ein Machtkampf statt. Burn the land and boil the sea, you can’t take the Net from me: Es ist diese Frontier und ihr Spirit, die treibende Kraft hinter Fortschritt und Reaktion, die uns auf der SIGINT beschäftigt. Es geht um Verstecke und Ninjas, offene Meere und Piraten, aber besonders um die Konsolen-Cowboys und -Cowgirls und wen auch immer und um das grenzenlose Neuland, wo Signale nicht zu stoppen sind und die Sonne niemals am Monitor spiegelt.

Wir wollen mit der Veranstaltung aktiv in die deutschsprachige und europäische Diskussion eingreifen, dabei sind uns folgende Themen besonders wichtig:

* Highspeed-Internet und Society – Auswirkungen und Motivation
* Persönlichkeitsrechte in der Gegenwart
o Soziale Netzwerke, Phototagging
o “Das Internet vergisst nicht”?
* Bitrot
o “Wo ist das Zeug von vor fünf Jahren?”, die digitale Apokalypse
* Filesharingnetze
o ACTA, Vergütungsmodelle, Urheberrecht
* Individueller Personennahverkehr
o Kennzeichenscanner, Streettrains, GPS-Geräte
* Wissen und Bildung
o Wikipedia, E-Learning
o Google Books: die “letzte Bibliothek”
* Biohacking
o Wem gehören Gendaten?
o Bodyhacking, Hörgeräte und Prothesen
* Kritische Auseinandersetzung mit Eliten im digitalen Raum
* Realitätsabgleich CCTV
* Mensch und Informationsflut, der Mensch als Produzent und Konsument von Informationen
o Aufmerksamkeitsökonomie, Paranoia
o Signal-Rausch-Verhältnis
o “Private Daten schützen, öffentliche Daten nützen”?
o Medienkompetenz und digitale Selbstverteidigung
* Retrofuturismus, historische Vorstellungen über die Zukunft
* Verschlüsselung
o Gesellschaftliche Einsatzfelder und Folgen, Dual-use
* Ubiquitous Computing
* Mensch und Malware
* GSM-Netze

Diese Liste ist im Zweifelsfall als Anregung zu verstehen. Unser Diskurs soll weit reichen, und wir werden jede interessante Einreichung mit Wohlwollen begutachten. Dabei müssen wir allerdings auch eine Auswahl vornehmen. Überrascht uns!”

Literarischer Diskurs 1 - Plakat

diskurs1_plakat

was kommt, was wird. enjoy the silence.

Kleine Vorschau für 2010:

1) auf unser nächstes Chor-Konzert am 31. Januar im “Reuber“, ab 18 Uhr. Im Soundcheck, u.a.: Depeche Mode, Blur, Queen, Weezer, Beach Boys …

2) auf die zweite (von mir im Rahmen von AURA09 organisierte) Veranstaltung der Reihe “Literarischer Diskurs Köln”. Thema “Schreiben nach der Wohlstandsgesellschaft - Wie reagieren Schriftsteller auf die Krise?”. Termin: April (tba): Mit Guy Helminger (Autor), Jo Lendle (Lektor DuMont-Verlag und DLL-Dozent), Oliver Jungen (Journalist, u.a. FAZ) und mir auf dem Podium. Moderation: Christian Bos (Kulturredakteur, Kölner Stadt-Anzeiger). Ort: Literaturhaus Köln. Gefördert von der SK-Stiftung Kultur Köln und der Kunststiftung NRW.

… und ansonsten ein merry, merry Xmas euch allen, mit Mr. Hankey und Lennon, den Ramones und den Pogues in New York. Enjoy the silence. Wir singen uns hier schon mal warm für das große Sylvesterkaraoke. Mit der Singstar Hello Kitty Rockstar für unsere kleinen Neuzugänge, including the greatest hits of Muppets, Sesame Street, Feist, Emiliana Torrini, Mika, Abba, Madness, Cure, Kiss & Linkin Park.

Literarischer Diskurs Köln, I

Einladung zur Eröffnungsveranstaltung unserer neuen Reihe (organisiert von Eva, Antje und mir als “AURA 09 e.V.”)

Literarischer Diskurs Köln, I:

Zensiert, verschwiegen, vergessen.
Verbotene Literatur in der DDR.
Mit Ines Geipel und Burkhard Baltzer.
Einführung und Moderation: Antje Dertinger.

Dienstag, 19. Januar 2010
20 Uhr, Antiquariat Kleinsorge
Hirschgäßchen 1, 50678 Köln.

20 Jahre nach der Wende diskutieren Ines Geipel und Burkhard Baltzer über verfemte Autorinnen und Autoren der DDR, von denen zwei im Zuchthaus Hoheneck starben.

Ines Geipel, 1960 in Dresden geboren, war Spitzensportlerin und Mitglied der DDR-Leichtathletik-Nationalmannschaft. Im Sommer 1989 floh sie über Ungarn nach Darmstadt, wo sie Philosophie und Soziologie studierte. Sie ist Dozentin an der Hochschule für Schauspielkunst “Ernst Busch” in Berlin. In den Medien wurde sie vor allem dadurch bekannt, daß sie als Nebenklägerin im Hauptprozess um das Zwangsdoping in der DDR auftrat. Aber sie schrieb auch eine viel beachtete Inge-Müller-Biographie, die Romane “Heimspiel” und “Das Heft” und eine kontrovers diskutierte Dokumentation über den Schul-Amoklauf in Erfurt. Zusammen mit Joachim Walther sammelte sie die Werke von über 100 in der DDR unterdrückten Autoren und gab sie in der Reihe “Die verschwiegene Bibliothek” bei der Büchergilde Gutenberg heraus.

Burkhard Baltzer, 1952 geboren, stammt aus Magdeburg. Er studierte in Ostberlin Germanistik und Musik. Bis zu seinem Berufsverbot 1980 arbeitete er als Lehrer, dann als Gärtner und Totengräber auf dem jüdischen Friedhof in Berlin-Weißensee. In dieser Zeit entstanden erste literarische und journalistische Arbeiten, die unter Pseudonymen gedruckt wurden. 1985 konnten Baltzer und seine Familie nach Westberlin ausreisen. Seit 1988 arbeitete er als freier Autor und Journalist bei Zeitungen, Zeitschriften und Sendern. Seit dem Jahr 2000 konzipiert und leitet er die kulturpolitische Zeitschrift KUNST+KULTUR der Gewerkschaft ver.di. Burkhard Baltzer lebt und arbeitet in Tübingen und in Berlin.

Antje Dertinger ist eine der drei Vorstandsfrauen des Autorenverbandes Aura 09 (Aktion unabhängiger Rhein-Ruhr-Autoren, www.aura09.de), der mit diesem Abend seine Reihe “Literarischer Diskurs Köln” einleitet. Die in Bonn lebende Journalistin und Buch-Autorin wurde vor allem durch Bücher zu frauenpolitischen Themen und Biographien von Sozialistinnen und Widerstandskämpferinnen bekannt.

Mit freundlicher Unterstützung der Kunststiftung NRW und der SK Stiftung Köln-Bonn.

save a theatre, save the world!

Kaum hatte ich selbst das Mem ins Netz gezwitschert, erreicht mich schon folgender Aufruf der Initiative “Köln kann auch anders”, den zu unterzeichnen ich allen Kulturschaffenden und -interessierten in Köln sehr nahe legen will!

Wer den Aufruf mit unterzeichnen mag, mailt an Alexandra Bresges (abresges at aol.com),
am besten bis Donnerstag (17.12.), dann steht das Thema im Rat wieder auf der Agenda.

“AUFRUF: MUT ZU KULTUR - INHALT VOR FASSADE

Nur Mut: Ein Wandel ist möglich. Wir fordern dazu auf, das traditionsreiche Kölner Schauspielhaus in hoher
Qualität zu sanieren und auf eine unter Qualitätseinbußen „abgespeckte“ Neubauversion zu verzichten.
Setzen wir ein Zeichen für Köln als Kulturstadt – durch eine anspruchsvolle Sanierungslösung, die
finanziellen Spielraum für eine anspruchsvolle Theaterarbeit lässt!”

via www.koelnkannauchanders.de

Was macht eigentlich …

nova

… Nika Bertram?

Nun, so einiges, zumindest ist da für 2010 was in der Pipeline. Ein neues Hörspiel sowie ein neuer Roman sind fertig; außerdem plane ich mit unserem neu gegründeten Autorenverband “AURA 09″ eine spannende Reihe literarischer Diskussionsveranstaltungen, von denen ich eine Veranstaltung im April konzipiere (mehr dazu demnächst hier). Im Mai (22.-24.5.) wird es wieder eine SIGINT geben, und im Januar (vermutlich) mein zweites Konzert mit dem wunderbaren Pop-Rock-Chor “Because.” Das fängt ja ganz gut an. Ich hätte allerdings gern noch einen Kita-Platz für unsere Kleine, damit der nächste Roman und das nächste Hörspiel auch fertig werden können.